Schönheit beginnt mit Verstehen: Die Haut lesen lernen

Was Vata, Pitta und Kapha über Ihre Haut verraten – und wie Ernährung, Pflanzenwissen und eine aufeinander abgestimmte Gesichtspflege sie von innen und außen unterstützen.

Unsere Haut spricht. Manchmal sehr leise, manchmal unübersehbar.

Sie spannt nach einem langen Tag in trockener Raumluft. Sie wirkt blass, nachdem wir zu wenig geschlafen haben. Sie reagiert mit Rötungen auf Hitze und Stress oder mit Unreinheiten, nachdem sie durch zu viele verschiedene Produkte überfordert wurde.

Die Haut ist dabei weit mehr als die sichtbare Hülle unseres Körpers. Sie schützt, begrenzt, nimmt Berührung wahr und steht in ständigem Austausch mit ihrer Umgebung. Klima, Lebensalter, Hormone, Schlaf, Ernährung und seelische Belastung können ihr Erscheinungsbild beeinflussen.

Trotzdem behandeln wir sie oft, als müsse sie vor allem einem Ideal entsprechen: glatt, feinporig, ebenmäßig und möglichst frei von jedem sichtbaren Zeichen des Lebens.

Der Ayurveda beginnt an einem anderen Punkt. Er fragt nicht zuerst, welcher vermeintliche Makel beseitigt werden soll, sondern:

Was braucht dieser Mensch mit dieser Haut in seiner gegenwärtigen Situation?

Ayurvedische Hautpflege verbindet äußere Pflege deshalb mit einer individuellen Betrachtung von Konstitution, aktuellem Hautzustand, Ernährung und Lebensweise. Sie ist weniger ein starres Programm als die Kunst, genau hinzusehen.

Schönheit zeigt sich nicht nur im Spiegel

Schönheitsideale verändern sich. Was eine Kultur oder Epoche als besonders attraktiv empfindet, kann andernorts vollkommen verschieden bewertet werden.

Der Ayurveda kennt ebenfalls Merkmale einer gesunden und gepflegten Haut. Doch Schönheit wird nicht auf ein makelloses Äußeres reduziert. Eine besondere Ausstrahlung entsteht nach seinem Verständnis dort, wo Körpergewebe, Stoffwechsel, Geist und Lebensweise gut zusammenspielen.

Für diese schwer greifbare Qualität verwendet der Ayurveda den Begriff Ojas. Ojas gilt traditionell als feinste Essenz gut genährter Körpergewebe. Es lässt sich nicht wie Hautfeuchtigkeit, Pigmentierung oder Elastizität messen. Gemeint ist vielmehr jene Verbindung aus Vitalität, Ruhe, Widerstandskraft und natürlichem Leuchten, die wir bei einem Menschen wahrnehmen können.

Ojas können wir als eine Brücke zwischen Körper und Bewusstsein anschauen: als Ausdruck einer guten Versorgung, eines ausgeglichenen Stoffwechsels und innerer Harmonie.

Schöne Haut entsteht aus ayurvedischer Sicht daher nicht allein im Badezimmer-Regal. Auch Schlaf, Verdauung, Ernährung, Bewegung und die Art, wie wir mit Belastungen umgehen, gehören zum Gesamtbild.

Hauttyp und Hautzustand sind nicht dasselbe

Wer sich mit ayurvedischer Hautpflege beschäftigt, begegnet schnell den Begriffen Vata-, Pitta- und Kapha-Haut. Diese Einteilung ist hilfreich, solange sie nicht als unveränderliches Etikett verstanden wird.

Ayurveda unterscheidet zwischen der persönlichen Grundkonstitution, der Prakriti, und dem gegenwärtigen Zustand, der Vikriti.

Die Grundkonstitution beschreibt die individuelle Verteilung von Vata, Pitta und Kapha. Der aktuelle Hautzustand kann davon deutlich abweichen. Jahreszeit, Klima, Lebensalter, Stress, Hormonschwankungen, Ernährung und Kosmetik verändern, was die Haut im Moment benötigt.

Eine von Natur aus gut durchfeuchtete Kapha-Haut kann während einer kalten, windigen Phase trocken werden. Eine feine Vata-Haut kann unter hoher Belastung plötzlich mit Wärme und Rötungen reagieren. Eine grundsätzlich Pitta-geprägte Haut kann gleichzeitig unter Feuchtigkeitsmangel leiden.

Auch unterschiedliche Gesichtszonen haben nicht immer dieselben Bedürfnisse: Während Stirn, Nase und Kinn glänzen, können sich die Wangen trocken und empfindlich anfühlen.

Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht nur:

Welcher Hauttyp bin ich?

Sondern ebenso:

Wie fühlt sich meine Haut gerade an?

Vata-Haut: zart, fein und schutzbedürftig

Vata steht im Ayurveda für Bewegung, Leichtigkeit, Trockenheit und Kühle. Vata-geprägte Haut ist häufig fein, zart und eher dünn. In ausgeglichenem Zustand kann sie sehr ebenmäßig und feinporig erscheinen.

Erhöht sich Vata, verliert die Haut leichter Feuchtigkeit und schützende Lipide. Wind, Kälte, trockene Heizungsluft, unregelmäßige Tagesabläufe und Schlafmangel können diesen Zustand verstärken.

Typische Vata-Merkmale sind:

  • Trockenheit und Spannungsgefühl
  • raue oder schuppige Hautbereiche
  • ein matter oder müde wirkender Teint
  • früh sichtbare Trockenheitsfältchen
  • wechselnde Produktverträglichkeit
  • eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Kälte und trockener Luft

Vata-Haut benötigt vor allem Schutz, Beständigkeit und nährende Pflege. Häufige Produktwechsel, stark schäumende Reinigung, heißes Wasser oder kräftiges Rubbeln können sie zusätzlich beanspruchen.

Eine milde, rückfettende Reinigung passt häufig besser als ein stark entfettendes Produkt. Anschließend braucht die Haut sowohl Feuchtigkeit als auch Lipide: Ein Serum oder Gel führt wasserbindende Pflege zu, während Creme oder Öl dazu beitragen, die Geschmeidigkeit der Haut zu bewahren.

Pitta-Haut: leuchtend, warm und schnell gereizt

Pitta steht für Wärme, Stoffwechsel und Umwandlung. Pitta-geprägte Haut ist häufig gut durchblutet, warm und von Natur aus strahlend. Gleichzeitig kann sie empfindlich auf Hitze, intensive Sonne, innere Anspannung oder ungeeignete Kosmetik reagieren.

Typische Pitta-Merkmale sind:

  • schnell auftretende Rötungen
  • ein deutliches Wärmegefühl
  • empfindliche, leicht irritierbare Haut
  • gerötete oder entzündlich wirkende Unreinheiten
  • geringe Toleranz gegenüber stark duftenden oder aktivierenden Produkten
  • erhöhte Empfindlichkeit gegenüber intensiver Sonne

Pitta-Haut profitiert meist nicht von einer möglichst großen Anzahl an Wirkstoffen, sondern von Ruhe, Feuchtigkeit und einer bewusst reduzierten Pflege.

Aloe Vera, Rose, Amla und Sandelholz werden im Ayurveda traditionell mit kühlenden oder ausgleichenden Eigenschaften verbunden.*** Wichtig bleibt jedoch die individuelle Verträglichkeit der gesamten Formulierung. Auch natürliche Duftstoffe und Pflanzenbestandteile können empfindliche Haut irritieren.

Neue Produkte sollten bei stark reaktiver Haut zunächst auf einer kleinen Hautstelle getestet werden. Dermatologische Empfehlungen nennen hierfür eine mehrtägige Testanwendung, bevor ein Produkt großflächig verwendet wird.

Kapha-Haut: widerstandsfähig und manchmal zu schwer

Kapha steht für Struktur, Stabilität, Geschmeidigkeit und Feuchtigkeit. Kapha-geprägte Haut ist häufig kräftig, gut gepolstert und widerstandsfähig. Sie speichert Feuchtigkeit meist gut und zeigt Trockenheitsfältchen oft später.

Bei erhöhtem Kapha kann sie jedoch talgiger, großporiger oder weniger klar wirken.

Typische Kapha-Merkmale sind:

  • glänzende oder ölige Bereiche
  • größere Poren
  • Neigung zu Mitessern und Unterlagerungen
  • ein eher blasser oder schwer wirkender Teint
  • das Gefühl, dass reichhaltige Pflege auf der Oberfläche liegen bleibt

Kapha-Haut braucht gründliche, aber milde Reinigung und leichtere Texturen. Sie sollte nicht mit aggressiven Reinigungsprodukten vollständig entfettet werden. Auch ölige Haut kann feuchtigkeitsarm sein und durch eine zu intensive Reinigung aus dem Gleichgewicht geraten.

Leichte Seren und Cremes, ein mildes Reinigungsgel und sparsam verwendete Öle sind häufig geeigneter als mehrere reichhaltige Schichten.

Mischhaut ist kein Widerspruch

Nur wenige Menschen zeigen ausschließlich die Eigenschaften eines einzigen Doshas. Mischkonstitutionen und wechselnde Hautzustände sind normal.

Die T-Zone kann Kapha-Eigenschaften aufweisen, während die Wangen trocken und Vata-geprägt reagieren. Eine empfindliche Pitta-Haut kann gleichzeitig reifer werden und zusätzliche Lipide benötigen.

Ayurvedische Gesichtspflege bedeutet deshalb nicht, das gesamte Gesicht zwanghaft in eine Kategorie einzuordnen. Sie erlaubt, einzelne Bereiche unterschiedlich zu behandeln und die Produktmenge anzupassen.

Eine leichte Creme kann beispielsweise im gesamten Gesicht verwendet und an trockenen Stellen mit wenigen Tropfen Öl ergänzt werden. Ebenso kann ein Serum bei öliger Mischhaut bereits ausreichen, während die Wangen zusätzlich eine Creme benötigen.

Der ayurvedische Blick auf die Haut

Ayurveda betrachtet die Haut nicht isoliert. Ihr Zustand entsteht nach traditionellem Verständnis aus dem Zusammenspiel aller drei Doshas sowie mehrerer Körpergewebe. Hauterkrankungen werden in den klassischen Texten unter dem Sammelbegriff Kustha zusammengefasst. Je nachdem, welches Dosha und welches Gewebe besonders beteiligt sind, zeigen sich unterschiedliche Hautbilder und Beschwerden.

Eine zentrale Rolle spielen dabei Rasa Dhatu, Rakta Dhatu und Mamsa Dhatu – also die Gewebeebenen, die im Ayurveda mit Versorgung, Blut und Muskelgewebe verbunden werden. Von diesen wird vor allem das Rakta Dhatu eng mit der Haut in Beziehung gesetzt. Auch entzündliche, stark gerötete oder erhitzte Hautzustände werden traditionell häufig mit einem erhöhten Pitta in Verbindung gebracht.

Hinzu kommt die Bedeutung der Leber. Sie gilt im Ayurveda als wichtiger Sitz von Pitta und steht zugleich in enger Beziehung zu Rakta Dhatu. So entsteht ein vielschichtiger Zusammenhang zwischen Haut, Pitta, Leber und Blutgewebe.

Innerhalb von Pitta unterscheidet der Ayurveda dann auch noch verschiedene Unterfunktionen:

Bhrajaka Pitta ist in der Haut verortet und wird mit Hautstoffwechsel, Wärme, Farbe, Ausstrahlung und der Reaktion auf äußerlich aufgetragene Substanzen verbunden.

Ranjaka Pitta steht in enger Beziehung zur Leber und zu Rakta Dhatu. Es beschreibt die ayurvedische Vorstellung der Färbung und Aufbereitung des Blutgewebes.

Pachaka Pitta wirkt im Verdauungssystem und ist dort an der Verarbeitung der Nahrung beteiligt.

Gerät Pachaka Pitta aus dem Gleichgewicht, kann sich dies aus ayurvedischer Sicht auch auf die Haut auswirken. Ein übermäßig starkes Pachaka Pitta wird mit zu viel innerer Hitze verbunden. Diese Hitze kann das Rakta Dhatu belasten und sich in erhitzten, geröteten oder gereizten Hautzuständen zeigen.

Ist das Subdosha Pachaka Pitta zu schwach und zugleich Agni, die Verdauungs- und Stoffwechselkraft, vermindert, kann die Nahrung nicht vollständig verarbeitet werden. Dabei kann nach ayurvedischer Vorstellung Ama entstehen – ein Begriff für unzureichend verarbeitete Stoffwechselrückstände. Lagert sich Ama in den Srotas, den feinen Transport- und Versorgungskanälen des Körpers, ab, kann dies die Versorgung der Gewebe beeinträchtigen und sich auch im Hautbild bemerkbar machen.

Gesunde Haut hängt aus ayurvedischer Sicht deshalb nicht nur von äußerer Pflege ab. Entscheidend sind ebenso ein ausgeglichenes Zusammenspiel der Doshas, eine gut funktionierende Verdauung, freie Srotas und ein optimal versorgtes Rakta Dhatu.

Diese Zusammenhänge beruhen auf der traditionellen Lehre und Überlieferung des Ayurveda. Sie sind wissenschaftlich nicht bestätigt und ersetzen keine dermatologische Diagnose oder Behandlung.

Skinfood: Was die Haut auf dem Teller liebt

Eine einzelne Frucht, ein Pulver oder ein viel beworbenes Superfood macht noch keine schöne Haut. Entscheidend ist die Ernährung insgesamt: frisch, abwechslungsreich, bekömmlich und dem persönlichen Bedarf angepasst.

Dieses traditionelle Verständnis einer hautfreundlichen Ernährung zieht sich durch viele ayurvedische Quellen: Im Mittelpunkt stehen süße und saftige Früchte, grünes und bitteres Gemüse, Mungbohnen, bekömmliche Getreide, Mandeln, hochwertige Fette und milde Gewürze.

Dazu gehören beispielsweise:

  • Granatapfel, reife Mango, Rosinen, Trauben, Äpfel, Feigen und Melone
  • Spinat, Mangold, Chicorée, Artischocke, Zucchini, Gurke, Rote Bete und Karotten
  • Reis, Hirse, Gerste und Mungbohnen
  • Mandeln, Ghee und Olivenöl
  • Kurkuma, Safran, Kardamom, Koriander, Kreuzkümmel und Fenchel

Sie möchten noch tiefer in das Thema einsteigen? In der Ausgabe 75 des Ayurveda-Journals finden Sie viele Anregungen.

Weit mehr als flüchtige Momentaufnahmen: Die Journale aus unserem Shop lesen sich wie kleine Themenbücher, in denen es sich auch Jahre später noch zu stöbern lohnt.

Ernährung für Vata-geprägte Haut

Vata profitiert traditionell von warmen, saftigen und regelmäßig eingenommenen Speisen. Suppen, Eintöpfe, Reisgerichte, Wurzelgemüse, Fenchel, Ghee oder hochwertige Pflanzenöle bringen nährende und ausgleichende Qualitäten mit.***

Ernährung für Pitta-geprägte Haut

Bei viel Pitta werden eher milde, nicht übermäßig scharfe oder saure Speisen empfohlen. Grünes Gemüse, Gurke, Reis, milde Kräuter und Gewürze wie Koriander, Fenchel und Kardamom stehen dabei traditionell im Vordergrund.***

Ernährung für Kapha-geprägte Haut

Kapha benötigt eher leichte, warme und abwechslungsreiche Mahlzeiten. Gemüse, Hülsenfrüchte und anregende Gewürze werden schwerem, sehr fettem oder stark süßem Essen vorgezogen.***

Wichtiger als ein komplizierter Ernährungsplan ist häufig die Basis: frisch zubereitete Mahlzeiten, gute Bekömmlichkeit, eine gewisse Regelmäßigkeit und genügend Ruhe beim Essen.

Pflege von innen: Ernährung und SKINcare

Pflege von innen: Ernährung und SKINcare

Eine Creme kann äußere Trockenheit lindern und ein Serum Feuchtigkeit zuführen. Sie ersetzen jedoch keine ausgewogene Ernährung und keinen gesunden Lebensstil.

Wer das Thema Hautpflege von innen ergänzen möchte, findet mit SKINcare eine speziell auf dieses Themenfeld ausgerichtete Nahrungsergänzung. Die Kapseln enthalten die ayurvedischen Pflanzen Manjistha, Guduchi, Amla, Kurkuma, Süßholz und Tulsi sowie Zink und Eisen.

Zink trägt zur Erhaltung normaler Haut bei.
Eisen trägt zur normalen Bildung roter Blutkörperchen und von Hämoglobin bei.***

Nach ayurvedischer Tradition wird die Haut ja besonders mit dem Pitta-Dosha und Rakta Dhatu in Verbindung gebracht. Die Leber gilt als wichtiger Sitz von Pitta und steht im traditionellen Verständnis in enger Beziehung zu Rakta.*** Damit greift die Rezeptur genau die Zusammenhänge auf, die der Ayurveda bei der Pflege der Haut von innen betrachtet.

Die gesundheitsbezogenen Aussagen beziehen sich ausschließlich auf Zink und Eisen.

Pflanzenwissen für die Haut

In der ayurvedischen Hautpflege begegnen uns einige Pflanzen immer wieder. Entscheidend ist nicht nur, welche Pflanze eingesetzt wird, sondern auch, wie sie verarbeitet und mit welchen weiteren Bestandteilen sie kombiniert wird.

Amla – die traditionsreiche Ayurveda-Frucht

Amla, auch Amalaki genannt, gehört zu den bekanntesten Pflanzen des Ayurveda. Sie wird traditionell den Rasayana-Pflanzen zugeordnet und in der Hautpflege besonders mit Regeneration und einem ausgeglichenen Erscheinungsbild verbunden.***

In der Classic-Ayurveda-Gesichtspflege findet sich Amla unter anderem im Amla-Serum, in Cremes, Augenpflege, Reinigungsprodukten und Gesichtsöl.

Neem – Klarheit und Schutz

Neem besitzt im Ayurveda eine ausgeprägt bittere und reinigende Qualität. Die Blätter werden traditionell besonders für klärende Rezepturen verwendet.***

Bei Classic Ayurveda ist Neem Bestandteil der medizinierten Mandelölgrundlage verschiedener Reinigungs- und Pflegeprodukte.

Kurkuma – mehr als ein Küchengewürz

Kurkuma wird im Ayurveda sowohl innerlich als auch äußerlich eingesetzt. Die Wurzel ist traditionell eng mit Hautpflege, Reinigung und einem ausgeglichenen Hautbild verbunden.***

Kurkuma findet sich unter anderem in Reinigungsmilch, Reinigungsgel, Amla-Serum und weiteren Kräuterkombinationen.

Rose – Feuchtigkeit und Harmonie

Rosenwasser und Rosenblüten gehören zu den Klassikern der ayurvedischen Schönheitspflege. Die Rose wird traditionell als kühlend und Pitta-ausgleichend beschrieben.***

Sie begegnet in der Serie als reines Rosenwasser, im Gesichtstonikum, Aloe Rose Gel, Amla Serum, Augencreme, Anti-Age Creme und Maske.

Aloe Vera – leichte Feuchtigkeit

Aloe Vera ist eine ideale Grundlage für leichte Gele, Seren und Emulsionen. Im Ayurveda wird sie traditionell besonders bei warmer und empfindlicher Pitta-Haut geschätzt.***

Manjistha – eng mit Rakta verbunden

Manjistha, die indische Färberwurzel, wird im Ayurveda traditionell dem Themenfeld Rakta und Haut zugeordnet.*** Sie ist Bestandteil des Amla Serums, verschiedener medizinierter Öle und der SKINcare-Kapseln.

Medizinierte Kräuteröle: mehr als ein zugesetzter Extrakt

Viele moderne Kosmetikprodukte enthalten einzelne Pflanzenextrakte, die einer fertigen Cremegrundlage zugesetzt werden. Der klassische Ayurveda kennt darüber hinaus ein aufwendigeres Verfahren: das Medizinieren von Ölen, auch Taila Paka genannt.

Zunächst wird aus ausgewählten Pflanzen eine Abkochung hergestellt. Diese wird gefiltert und mit einem Basisöl verbunden. Je nach traditioneller Rezeptur können weitere fein aufbereitete Pflanzenbestandteile hinzukommen.

Die Mischung wird über längere Zeit sorgfältig erhitzt. Dabei verdunstet der wässrige Anteil nach und nach. Am Ende bleibt das Öl zurück, das während des Herstellungsprozesses gemeinsam mit den Pflanzen verarbeitet wurde.

Nach ayurvedischem Verständnis nimmt das Öl auf diese Weise die besonderen Qualitäten der verwendeten Pflanzen auf und kann sie als Trägermedium für die äußere Anwendung verfügbar machen.***

Der besondere Wert des Verfahrens liegt in der traditionellen Zubereitungsweise: Pflanze, Trägeröl, Temperatur und Herstellungsdauer werden nicht als getrennte Komponenten, sondern als Einheit betrachtet.

Das AMLA-Kosmetikkonzept: Authentischer Ayurveda in einer modernen Formulierung

Um das Jahr 2003 entwickelte AMLA gemeinsam mit einem erfahrenen Vaidya und ayurvedischen Hautspezialisten das Konzept für eine eigene Kosmetikserie.

Ziel war es, das traditionelle Verfahren medizinierter Kräuteröle in moderne Cremes, Lotionen, Gele und Reinigungsprodukte zu übertragen.

Für die traditionelle Aufbereitung ausgewählter Ayurveda-Pflanzen verwendet AMLA biologisches Mandelöl als Trägeröl. Das so entstehende medizinierte Mandelöl fließt je nach Rezeptur in die Ölphase der Kosmetik ein und wird mit weiteren hochwertigen Pflanzenölen und pflegenden Fetten kombiniert – beispielsweise mit Avocado-, Hagebuttenkern-, Weizenkeim- oder Sanddornöl sowie Shea- oder Kakaobutter. So erhält jede Creme eine Textur und Pflegeintensität, die auf unterschiedliche Hautbedürfnisse abgestimmt ist.

Ausgewählte Pflanzen werden dabei nicht erst am Ende als werbewirksame Extrakte einer fertigen Formulierung zugesetzt. Ihre traditionelle Verarbeitung beginnt bereits bei der Herstellung des medizinierten Öls.

Im Zentrum des Kosmetikkonzepts stehen damit eigens hergestellte medizinierte Mandelöle, wertvolle pflanzliche Öle und Fette, ein außergewöhnlich umfassendes Sortiment zertifizierter Naturkosmetik und die Produktion in der eigenen Manufaktur in Deutschland.

Dabei werden traditionelle Ayurveda-Rezepturen nicht nur in ihrer ursprünglichen Form übernommen. AMLA überträgt das klassische Herstellungsprinzip der medizinierten Kräuteröle in zeitgemäße kosmetische Formulierungen: in leichte Seren und Gele, milde Reinigungsprodukte, Cremes, Masken und Lotionen. So entsteht eine Verbindung aus traditionellem Pflanzenwissen, moderner Anwendung und den Anforderungen zertifizierter Naturkosmetik.

Spirituelle Wurzeln an der Narmada

Die ayurvedischen Hautexperten (Vaidyas), die gemeinsam mit AMLA die Brücke zwischen klassischen Ayurveda-Prinzipien und moderner Naturkosmetik entwickelten, stammen aus der Region am Ufer der Narmada. Der Fluss gehört zu den am meisten verehrten heiligen Flüssen Indiens. Seit Jahrhunderten führen Pilgerwege an seinen Ufern entlang durch das unberührte Herz von „Mother India“, vorbei an Tempeln, Ashrams, Höhlen von Heiligen und alten spirituellen Orten.

Aus diesem kulturellen Umfeld brachte das Expertenteam nicht nur fundiertes Wissen über Pflanzen, Öle und traditionelle Herstellungsverfahren mit, sondern auch ein Verständnis von Hautpflege, das den Menschen als Ganzes betrachtet. In diesem Sinne liegen hier auch die geistigen Wurzeln von AMLA und unserem Kosmetikkonzept: in der Verbindung von überliefertem Ayurveda-Wissen, achtsamer Herstellung und moderner, zertifizierter Naturkosmetik.

Ein aufeinander abgestimmtes Pflegesystem statt einzelner Produkte

Classic Ayurveda versteht Gesichtspflege nicht als Ansammlung einzelner Produkte, sondern als Teil eines umfassenden Ayurveda-Kosmetikkonzeptes. Die Gesichtspflege deckt alle wesentlichen Schritte ab – von der Reinigung und Tonisierung über Serum, Gel und Creme bis zu Augenpflege, Gesichtsöl, Peeling und Maske. Ergänzt wird das Sortiment durch eine eigenständige Körper-, Massage- und Haarpflege.

Gerade diese Breite ist im Ayurveda-Kosmetikmarkt ungewöhnlich. Sie ermöglicht eine durchgängige Pflege, bei der sich die einzelnen Produkte nach Hautzustand, Jahreszeit und gewünschter Textur miteinander verbinden lassen.

Schritt 1: Reinigen, ohne die Haut unnötig zu belasten

Eine gute Reinigung entfernt Make-up, Sonnenschutz, Schweiß und überschüssigen Talg. Sie sollte die Haut anschließend jedoch nicht trocken, rau oder gespannt zurücklassen.

Dermatologische Empfehlungen raten zu milder Reinigung, lauwarmem Wasser und einer Anwendung ohne starkes Reiben oder Scheuern.

Reinigungsmilch für trockene und schutzbedürftige Haut

Reinigungsmilch für trockene und schutzbedürftige Haut

Unsere rückfettende Reinigungsmilch verbindet Aloe-vera-Saft mit Mandel- und Avocadoöl. In Mandelöl aufbereitete Pflanzen wie Amla, Neem, Kurkuma und Färberwurzel ergänzen die Rezeptur.

Sie eignet sich besonders für trockene Haut und für Situationen, in denen sich die Haut nach einer Gelreinigung zu gespannt anfühlt.

Die Reinigungsmilch wird auf die angefeuchtete Haut aufgetragen und anschließend mit lauwarmem Wasser oder einem feuchten Pad sanft entfernt.

Reinigungsgel für ein leichtes, frisches Hautgefühl

Reinigungsgel für ein leichtes, frisches Hautgefühl

Das Reinigungsgel arbeitet mit milden Tensiden aus Kokos. Es entfernt überschüssigen Talg und hinterlässt ein frisches Hautgefühl. Mandelöl sowie traditionell verarbeitete Neemblätter ergänzen die Reinigung.

Es eignet sich besonders für Menschen, die eine leichtere, klarere Reinigungsform bevorzugen. Auch hier gilt: nicht kräftig rubbeln und anschließend mit lauwarmem Wasser abnehmen.

Schritt 2: Tonisieren, erfrischen und die Pflege optimal vorbereiten

Nach der Reinigung erfrischt ein Blütenwasser oder Gesichtstonikum die Haut, versorgt sie je nach Formulierung mit Feuchtigkeit und bereitet sie auf die anschließende Pflege vor. Auf der noch leicht feuchten Haut lässt sich Serum oder Creme gleichmäßiger verteilen – häufig genügt dadurch bereits eine kleinere Menge.

Gesichtstonikum für ein geklärtes Hautgefühl

Gesichtstonikum für ein geklärtes Hautgefühl

Das Gesichtstonikum verbindet Rosen- und Orangenblütenwasser mit Aloe-vera-Saft, Hamamelis-, Sandelholz- und Amla-Komponenten. Es ist besonders für beanspruchte Haut konzipiert und kann an Gesicht, Hals und Dekolleté verwendet werden.

Da es Alkohol und unterschiedliche Pflanzenwässer enthält, sollte sehr reaktive Haut zunächst die persönliche Verträglichkeit prüfen.

Rosenwasser als sanfte Alternative

Unser AMLA-Rosenwasser besteht aus biologischem Rosenblütenwasser und Alkohol, jedoch ohne zusätzlich zugesetzte Aromastoffe. Es wird nach der Reinigung auf Gesicht, Hals und Dekolleté aufgetragen.

Die Rose wird im Ayurveda traditionell besonders bei Pitta-geprägter und empfindlicher Haut geschätzt.*** Das Rosenwasser kann darüber hinaus für eine kühlende Augenkompresse verwendet werden. Dabei darf es nicht in die Augen gelangen.

Schritt 3: Gezielte Feuchtigkeit durch Serum oder Gel

Feuchtigkeitsarme Haut benötigt nicht automatisch eine sehr reichhaltige Creme. Häufig fehlt ihr zunächst Wasserbindung. Leichte Gele und Seren können diesen Pflegeschritt übernehmen.

Amla Serum mit botanischem Hyaluron

Das Amla Serum verbindet Rosenwasser und Glycerin mit botanischem Hyaluron aus dem Silberohrpilz sowie Extrakten aus Amla, Kurkuma, Neem und Manjistha.

Ein Tropfen genügt für die Anwendung. Das Serum wird morgens und abends vor der weiteren Pflege auf die gereinigte Haut gegeben.

Bei öliger oder gemischter Haut kann das Serum je nach Hautgefühl bereits ausreichen. Trockene und reife Haut kombiniert es anschließend mit Creme oder Öl.

Aloe Rose Gel für leichte, kühlende Feuchtigkeit

Aloe Rose Gel für leichte, kühlende Feuchtigkeit

Unser Aloe Rose Gel verbindet Aloe-vera-Saft und Rosenwasser aus biologischem Anbau. Es ist COSMOS ORGANIC zertifiziert und besonders als leichte Pflege für empfindliche Pitta-Haut konzipiert.

Das Gel wird dünn aufgetragen. Nach dem Einziehen kann eine Creme oder ein Gesichtsöl folgen. Es eignet sich sowohl für das Gesicht als auch für den Körper.

Schritt 4: Pflegen, schützen und Geschmeidigkeit bewahren

Seren und Gele liefern vor allem Feuchtigkeit. Cremes und Öle ergänzen die Pflege um Lipide und helfen, das geschmeidige Hautgefühl zu erhalten.

Feuchtigkeitscreme für normale bis fettige Haut

Die leichte Feuchtigkeitscreme enthält Aloe-vera-Saft, Avocadoöl und Sheabutter. Amla, Neem, Kurkuma und Manjistha sind traditionell in Mandelöl aufbereitet.

Die Textur ist für normale bis fettige Haut gedacht, die Feuchtigkeit benötigt, aber nicht mit einer schweren Creme belastet werden soll.

Anti-Age Creme für reife und trockene Haut

Unsere Anti-Age Creme ist besonders reichhaltig aufgebaut. Avocado-, Mandel-, Hagebuttenkern- und Sanddornfruchtfleischöl werden mit Aloe Vera, Sheabutter, Wollwachs und Bienenwachs kombiniert.

Rosen-, Lotos- und Hibiskusblüten, Safran und Amla werden traditionell in Mandelöl aufbereitet. Die Creme eignet sich besonders für reife, trockene und pflegebedürftige Haut.

Sie ist eine nährende Pflege, die reife Haut in ihren veränderten Bedürfnissen unterstützt.

Vital Creme für normale bis trockene Haut

Die reichhaltige Vital Creme verbindet Kakaobutter mit Hagebuttenkern-, Mandel- und Weizenkeimöl. Amla, Neem, Manjistha und Kurkuma sind traditionell in Mandelöl aufbereitet und ergänzen die nährende Rezeptur.

Sie eignet sich besonders für normale bis trockene Haut, die mehr Schutz und reichhaltige Pflege benötigt. Morgens und abends nach Reinigung, Gesichtstonikum oder Rosenwasser auf Gesicht und Hals auftragen. Natürliche Aromaöle verleihen der BDIH-zertifizierten Creme einen feinen Rosenduft.

Augencreme für die empfindliche Augenpartie

Die AMLA Augencreme verbindet Rosenwasser und Aloe Vera mit Mandel-, Avocado- und Hagebuttenkernöl, Sheabutter sowie einer Pflanzenkomposition aus Amla, Rose, Hibiskus, Lotos und Safran.

Sie kommt ohne zugesetzte Aromaöle aus und wird nach der Reinigung sparsam um die Augen aufgetragen. Die empfindliche Partie sollte dabei nicht gezogen oder kräftig massiert werden.

Gesichtsöl für Pflege und sanfte Massage

Gesichtsöl für Pflege und sanfte Massage

Unser Gesichtsöl besteht aus biologischem Mandelöl, das traditionell mit Amla, Ashwagandha, Shatavari, Neem, Lodhra, Punarnava, Manjistha und Kurkuma verarbeitet wird.

Für die Anwendung werden wenige Tropfen in die noch feuchte Haut einmassiert. Rosenwasser oder Aloe Rose Gel können zuvor aufgetragen werden. Anschließend lässt sich die Pflege bei Bedarf mit einer leichten Creme abschließen.

Diese Reihenfolge ist bewusst auf die Gesichtsmassage innerhalb des Classic-Ayurveda-Pflegesystems abgestimmt.

Bei stark entzündeter, wund wirkender oder akut gereizter Haut sollte auf eine Massage verzichtet werden.

Schritt 5: Ergänzende Pflege mit Peeling und Maske

Peeling und Maske gehören nicht zur täglichen Grundpflege. Sie dürfen aber das Pflegesystem gelegentlich ergänzen.

Peeling Gel mit Lavaerde und Aloe Vera

Das Peeling Gel kombiniert reinigende Lavaerde mit Aloe-vera-Saft und natürlichen Aromaölen aus Sandelholz und Orange.

Eine kleine Menge wird sehr sanft auf der Haut verteilt und anschließend gründlich mit lauwarmem Wasser entfernt. Starkes Reiben ist nicht erforderlich.

Empfindliche, gerötete oder entzündete Haut sollte nur selten oder vorübergehend gar nicht gepeelt werden.

Anti-Age Maske mit Heilerde, Ölen und Blüten

Anti-Age Maske mit Heilerde, Ölen und Blüten

Die Anti-Age Maske verbindet reinigende Heilerde mit Mandel- und Avocadoöl, Sheabutter und Aloe Vera. Rosen-, Lotos- und Hibiskusblüten, Safran und Amla sind traditionell in Mandelöl aufbereitet.

Sie wird einmal wöchentlich auf die gereinigte Haut aufgetragen und nach ungefähr 20 Minuten mit warmem Wasser entfernt.

Die Maske kombiniert damit zwei zunächst gegensätzlich wirkende Eigenschaften: Heilerde sorgt für Reinigung, während Pflanzenöle, Sheabutter und Aloe Vera die Rezeptur pflegend abrunden.

Die Gesichtspflege in der richtigen Reihenfolge

Nicht die Anzahl der Produkte entscheidet über eine gute Pflege, sondern ihre Passung zum Hautzustand.

Morgens

  1. Reinigungsmilch, Reinigungsgel oder – bei sehr trockener Haut – nur lauwarmes Wasser
  2. Gesichtstonikum oder Rosenwasser
  3. Amla Serum oder Aloe Rose Gel
  4. Augencreme
  5. Feuchtigkeitscreme oder Anti-Age Creme

Abends

  1. Make-up, Sonnenschutz und Rückstände gründlich entfernen
  2. Gesichtstonikum oder Rosenwasser auftragen
  3. Amla Serum verwenden
  4. Feuchtigkeitscreme oder Anti-Age Creme auftragen

Alternativ kann nach Rosenwasser oder Aloe Rose Gel eine kleine Menge Gesichtsöl sanft in die feuchte Haut einmassiert und die Pflege mit einer leichten Creme abgeschlossen werden.

Gelegentlich

Peeling und Maske werden nicht automatisch beide am selben Tag benötigt. Wie häufig sie sinnvoll sind, hängt von Hautzustand und Verträglichkeit ab.

Zu viele gleichzeitig eingesetzte Produkte können empfindliche Haut irritieren. Auch aus dermatologischer Sicht ist eine kurze, passende Pflege häufig sinnvoller als eine ständig erweiterte Produktschichtung.

Kontrollierte Naturkosmetik: mehr als eine grüne Verpackung

Bezeichnungen wie „natürlich“, „Clean Beauty“, „Pflanzenkosmetik“ oder „Ayurveda-Kosmetik“ klingen hochwertig, stellen für sich allein jedoch keine kontrollierte Zertifizierung dar.

Wichtig ist, auf anerkannte Prüfsiegel und nachvollziehbare Standards zu achten. Sie schaffen Transparenz darüber, nach welchen Rohstoff- und Herstellungsstandards ein Produkt gefertigt und kontrolliert wird.

In der Classic-Ayurveda-Gesichtspflege finden sich Produkte mit BDIH-Kennzeichnung sowie COSMOS-NATURAL- und COSMOS-ORGANIC-Zertifizierung.

COSMOS unterscheidet bei kosmetischen Endprodukten zwischen COSMOS NATURAL und COSMOS ORGANIC. Die Zertifizierung berücksichtigt unter anderem Herkunft und Verarbeitung der Rohstoffe, Herstellung, Kontrolle und Kennzeichnung.

Das Hautmikrobiom: ein lebendiges Schutzsystem

Unsere Haut ist nicht nur eine schützende Hülle, sondern auch der Lebensraum einer vielfältigen Gemeinschaft von Mikroorganismen. Bakterien, Pilze und Viren bilden gemeinsam das Hautmikrobiom. Es steht in engem Austausch mit der Hautbarriere, beeinflusst das Hautmilieu und kann dazu beitragen, unerwünschte Krankheitserreger in Schach zu halten. Welche Mikroorganismen sich ansiedeln, unterscheidet sich je nach Hautregion, Alter, Talgproduktion, Feuchtigkeit und persönlicher Lebensweise.

Wussten Sie schon? Auch winzige Demodex-Milben leben bei vielen Menschen in den Haarfollikeln und Talgdrüsen des Gesichts. Sie sind keine Einzeller oder Geißeltierchen, sondern kleine Spinnentiere und gehören häufig zur normalen Hautbesiedlung. Ihre bloße Anwesenheit ist in der Regel unproblematisch; erst eine übermäßige Vermehrung kann mit Hautbeschwerden verbunden sein.

Dieses fein abgestimmte Ökosystem ist beweglich und anpassungsfähig. Industrielle Kosmetikprodukte mit chemischer Konservierung, stark entfettende Reinigung, zu häufige Peelings, ein ungeeigneter pH-Wert und intensiv antimikrobiell wirkende Formulierungen können seine Zusammensetzung beeinflussen.

Das Mikrobiom schützt die Haut und hält sie im Gleichgewicht. Tötet chemische Konservierung die ursprüngliche Besiedelung ab, baut sich die bakterielle Flora Zug um Zug neu auf – zunächst jedoch mit den schädlichen, hautreizenden Bakterien.

Das Mikrobiom ist ein Schlüssel für gesunde Gesichtspflege.

Kontrollierte Naturkosmetik kann sanft und natürlich, aber zuverlässig konserviert werden, um das Produkt vor einer Verunreinigung durch Bakterien, Hefen und Schimmelpilze zu schützen – und somit auch die Anwenderinnen und Anwender. Sie verwendet dafür die nach dem strengen Zertifizierungsstandard zugelassenen Systeme.

Das Ziel einer modernen, verantwortungsvollen Gesichtspflege besteht nicht darin, die Haut möglichst keimfrei zu machen. Sie sollte sanft reinigen, die Hautbarriere respektieren und das natürliche Gleichgewicht der Haut möglichst wenig belasten.

Aus der eigenen Ölmanufaktur

Die medizinierten Mandelöle für die Classic-Ayurveda-Kosmetik sind keine fertig zugekauften Standardrohstoffe. Sie werden in unserer hauseigenen Ölmanufaktur hergestellt.

Auch die fertigen Kosmetikprodukte entstehen im eigenen Haus. Das ermöglicht kleinere Chargen, eine kontinuierliche Produktion und stets frische Produkte.

Jede Charge wird mikrobiologisch geprüft. Die Herstellung erfolgt unter kontrollierten hygienischen Bedingungen. Ein Diplom-Chemiker und zertifizierter Sicherheitsbewerter begleitet die regulatorischen Anforderungen. Produktionsräume, Rezepturen und Dokumentationen werden zudem im Rahmen der Naturkosmetik-Zertifizierung kontrolliert.

So treffen in der AMLA-Serie drei Ebenen aufeinander:

  • traditionelles ayurvedisches Pflanzen- und Herstellungswissen
  • moderne kosmetische Formulierungen
  • kontrollierte Qualitäts- und Sicherheitsstandards

Die Herstellungskompetenz endet nicht beim medizinierten Mandelöl. In unserer eigenen Kosmetikmanufaktur werden auch die fertigen Rezepturen entwickelt und produziert: Kräuteröle werden gekocht, Cremes und Lotionen hergestellt und unterschiedliche Pflanzenkompositionen auf ihren jeweiligen Anwendungszweck abgestimmt. So bleibt der gesamte Weg – von der Verarbeitung der ayurvedischen Pflanzen bis zum fertigen Kosmetikprodukt – im eigenen Haus.

Die Herstellung in kleineren Chargen ermöglicht eine fortlaufende Produktion und unterscheidet sich damit deutlich von industrieller Massenfertigung. Gleichzeitig gelten professionelle Sicherheits- und Qualitätsanforderungen: Jede Charge wird mikrobiologisch geprüft, die Produktion erfolgt unter kontrollierten hygienischen Bedingungen und die Rezepturen werden fachlich sowie regulatorisch begleitet.

Auch der Körper gehört zum Pflegesystem

Das Prinzip individuell abgestimmter Pflege setzt sich bei der Körperhaut fort.

Classic Ayurveda bietet entspannende, belebende und erfrischende Körperöle, eine Körpermilch, Aloe Vera Gel und milde Duschpflege. Je nach Jahreszeit und persönlichem Hautzustand können dabei nährende, beruhigende oder leichtere Qualitäten im Vordergrund stehen.

Die ausführliche ayurvedische Körperpflege erhält einen eigenen Beitrag. Denn auch die Haut des Körpers verdient mehr als einen kurzen Absatz am Ende eines Gesichtspflege-Artikels.

Gute Hautpflege beginnt mit Aufmerksamkeit

Die beste Pflege ist nicht zwangsläufig die aufwendigste. Und kein Produkt kann allein jedes sichtbare Zeichen von Schlafmangel, Stress, hormoneller Veränderung oder unausgeglichener Ernährung ausgleichen.

Ayurvedische Hautpflege verbindet deshalb zwei Richtungen:

Sie unterstützt die Haut von außen – mit sorgfältig ausgewählten Produkten, die zu ihrem gegenwärtigen Zustand passen.

Und sie betrachtet die Haut von innen – als Teil eines Menschen mit individueller Konstitution, Ernährung, Verdauung, Lebensweise und Geschichte.

Vielleicht liegt genau darin ihre besondere Aktualität. Sie fordert nicht dazu auf, immer mehr zu verwenden. Sie lehrt uns, genauer hinzusehen:

Was braucht meine Haut heute – und was braucht der Mensch, zu dem sie gehört?

Häufige Fragen zur ayurvedischen Hautpflege

Was versteht man unter ayurvedischer Hautpflege?

Ayurvedische Hautpflege orientiert sich an den individuellen Eigenschaften der Haut sowie an Vata, Pitta und Kapha. Sie verbindet äußere Pflege mit traditionellen Empfehlungen zu Ernährung, Tagesablauf und Lebensweise. Die Dosha-Zuordnung ist dabei ein ayurvedisches Modell und keine dermatologische Diagnose.***

Wie erkenne ich meinen ayurvedischen Hauttyp?

Feine, trockene und eher kühle Haut zeigt häufig Vata-Eigenschaften. Wärme, Rötungen und hohe Reaktionsbereitschaft werden eher Pitta zugeordnet. Robuste, gut durchfeuchtete, aber zu Glanz und Unreinheiten neigende Haut weist häufig Kapha-Eigenschaften auf. Mischformen sind sehr verbreitet.

Kann sich mein Hauttyp verändern?

Die ayurvedische Grundkonstitution gilt traditionell als relativ stabil. Der aktuelle Hautzustand kann sich dagegen durch Jahreszeit, Klima, Lebensalter, Hormone, Stress, Ernährung und Pflege deutlich verändern.

Was ist wichtiger: Hauttyp oder Hautzustand?

Für die Auswahl der täglichen Pflege ist der aktuelle Hautzustand besonders wichtig. Eine grundsätzlich fettige Haut kann gleichzeitig feuchtigkeitsarm sein. Trockene Haut kann zusätzlich empfindlich oder gerötet reagieren. Die Pflege sollte daher regelmäßig neu beurteilt werden.

Welche Reinigung eignet sich für trockene Haut?

Für trockene und spannungsanfällige Haut ist meist eine milde, rückfettende Reinigungsmilch geeigneter als ein stark schäumendes Produkt. Die Classic-Ayurveda-Reinigungsmilch enthält unter anderem Mandel-, Avocado- und Aloe-vera-Komponenten.

Wann ist ein Reinigungsgel sinnvoll?

Ein Reinigungsgel eignet sich für Menschen, die ein leichteres und frisches Hautgefühl bevorzugen oder überschüssigen Talg entfernen möchten. Entscheidend ist, dass die Haut danach nicht stark spannt oder sich ausgetrocknet anfühlt.

Was ist der Unterschied zwischen Gesichtstonikum und Rosenwasser?

Das Gesichtstonikum enthält mehrere Blüten- und Pflanzenwässer, Aloe Vera und Amla. Das Rosenwasser ist reduzierter zusammengesetzt und konzentriert sich auf Rosenblütenwasser. Welches Produkt besser passt, hängt von Hautgefühl, Duftvorliebe und Verträglichkeit ab.

Kommt das Serum vor oder nach der Gesichtscreme?

Ein Serum wird vor der Creme verwendet. Es besitzt eine leichtere Textur und führt der Haut vor allem Feuchtigkeit zu. Die anschließende Creme ergänzt die Pflege um schützende und rückfettende Bestandteile.

Kann das Amla-Serum allein verwendet werden?

Bei öliger oder gemischter Haut kann das Amla-Serum je nach Hautgefühl allein ausreichen. Trockene oder reife Haut benötigt anschließend meist eine Creme oder ein Gesichtsöl.

Ersetzt ein Gesichtsöl die Feuchtigkeitscreme?

Nicht grundsätzlich. Öl liefert der Haut vor allem Lipide, aber kaum Wasser. Feuchtigkeitsarme Haut profitiert häufig von der Kombination aus Rosenwasser, Gel oder Serum und einem Öl beziehungsweise einer Creme.

Was bedeutet „medizinierte Kräuteröle“?

Bei diesem traditionellen Herstellungsverfahren werden Pflanzen über eine Abkochung und einen längeren Kochprozess mit einem Basisöl verarbeitet. Nach ayurvedischem Verständnis dient das Öl als Träger der Pflanzenqualitäten.***

Wie oft sollte ein Peeling verwendet werden?

Das hängt vom Produkt und vom Hautzustand ab. Empfindliche, stark trockene, gerötete oder entzündete Haut sollte nicht oder nur sehr vorsichtig gepeelt werden. Bei robusterer Haut kann eine gelegentliche Anwendung genügen.

Wie oft wird die Anti-Age Maske angewendet?

Die Classic-Ayurveda-Anti-Age-Maske ist für eine Anwendung ungefähr einmal pro Woche vorgesehen. Bei sehr empfindlicher Haut empfiehlt sich zunächst ein Verträglichkeitstest.

Ist Naturkosmetik automatisch für sensible Haut geeignet?

Nein. Auch natürliche Duftstoffe, ätherische Öle und Pflanzenextrakte können individuell unverträglich sein. Zertifizierung und Natürlichkeit ersetzen nicht die Beobachtung der persönlichen Hautreaktion.

Was ist das Hautmikrobiom?

Das Hautmikrobiom bezeichnet die Gemeinschaft aus Bakterien, Pilzen, Viren und anderen Mikroorganismen, die auf unserer Haut leben. Es steht in engem Austausch mit der Hautbarriere, prägt das Hautmilieu und trägt dazu bei, das natürliche Gleichgewicht und die Schutzfunktion der Haut zu erhalten. Seine Zusammensetzung unterscheidet sich je nach Hautregion, Alter, Feuchtigkeit und Talgproduktion.

Gehören Demodex-Milben zur natürlichen Hautbesiedlung?

Ja. Demodex-Milben sind mikroskopisch kleine Spinnentiere, die bei vielen Menschen in den Haarfollikeln und Talgdrüsen leben. Ihre Anwesenheit ist meist vollkommen unauffällig. Erst eine übermäßige Vermehrung kann mit bestimmten Hautbeschwerden in Verbindung stehen.

Können Kosmetikprodukte das Hautmikrobiom beeinflussen?

Ja. Reinigung, Tenside, pH-Wert, Duftstoffe, Konservierungssysteme und Anwendungshäufigkeit können die Zusammensetzung des Hautmikrobioms beeinflussen. Einige Konservierungsstoffe hemmen im Labor auch hauttypische Bakterien. Untersuchungen vollständiger Kosmetikformulierungen zeigen jedoch, dass dies nicht automatisch zu einer bedeutenden oder dauerhaften Veränderung des Mikrobioms auf der Haut führt. Entscheidend ist das Zusammenspiel der gesamten Rezeptur.

Ist kontrollierte Naturkosmetik automatisch mikrobiomfreundlich?

Auch wasserhaltige Naturkosmetik sollte zuverlässig konserviert werden, damit sich im Produkt keine unerwünschten Bakterien, Hefen oder Schimmelpilze vermehren. Zertifizierte Naturkosmetik verwendet dafür die nach dem jeweiligen Standard zugelassenen Konservierungssysteme. Ob ein Produkt das Hautmikrobiom besonders gut respektiert, hängt jedoch von seiner vollständigen Formulierung ab. Milde Reinigung und eine Pflege, die die Hautbarriere nicht unnötig belastet, bieten dafür eine gute Grundlage.

Was ist der Unterschied zwischen COSMOS NATURAL und COSMOS ORGANIC?

Beide Kennzeichnungen beruhen auf dem COSMOS-Standard. COSMOS ORGANIC stellt zusätzlich definierte Anforderungen an den Bio-Anteil der verwendeten Bestandteile. Die Signatur erscheint zusammen mit dem Zeichen der zuständigen Zertifizierungsstelle.

Unterstützt SKINcare die Haut?

SKINcare enthält unter anderem Zink und Eisen. Zink trägt zur Erhaltung normaler Haut bei. Eisen trägt zur normalen Bildung roter Blutkörperchen und von Hämoglobin bei.

Kann ayurvedische Kosmetik Akne, Neurodermitis, Rosazea oder Psoriasis behandeln?

Kosmetik kann reinigen, pflegen, Feuchtigkeit zuführen und das Hautgefühl verbessern. Sie ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Therapie. Anhaltende Rötungen, starker Juckreiz, Schmerzen, nässende Stellen oder plötzlich auftretende Veränderungen sollten idealerweise dermatologisch abgeklärt werden.

Autor: AMLA-Fachredaktion

* Zink trägt zur Erhaltung normaler Haut bei.

** Eisen trägt zur normalen Bildung roter Blutkörperchen und von Hämoglobin bei.

*** Die beschriebenen Dosha-Zuordnungen, Dhatus, Agni, Ojas, Pflanzenqualitäten, Zusammenhänge zwischen Haut, Pitta, Leber und Rakta sowie die traditionelle Einordnung medizinierter Öle beruhen auf den Lehren und Überlieferungen des Ayurveda. Sie sind wissenschaftlich nicht bestätigt und stellen keine medizinische Diagnose oder Therapieempfehlung dar.

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